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Definition: Wolle, die aus dem Haarvlies von Schafen gewonnenen, v.a. aus Wollhaarren (Unterhaar) bestehenden spinnbaren Fasern, die als Rohstoff für Textilien verwendet werden; im weiteren Sinne auch Bezeichnung für die von anderen Säugetieren, insbesondere Angora- und Kaschmirziegen, Kamelen (Kamel, Alpaka, Vikunja) und Angorakaninchen, gewonnenen spinnfähigen tierische Haare, die im Gegensatz zu der (meist einfach Wolle genannten) Schaf-Wolle mit einem ihre Herkunft kennzeichnenden Vorsatz versehen und häufig auch als "Haar" bezeichnet werden (z.B. Angora-Wolle oder Kamelhaar).
Die Haare der Schaf-Wolle zeichnen sich durch eine mehr oder weniger starke Kräuselung aus, durch die hohe Bauschkraft und große Wärmehaltung bedingt sind. Allgemein sind sind feine Wollen auch stärker gekräuselt. .
Nach der Feinheit werden folgende Hauptgruppen unterschieden:
- Merino-Wolle (besonders fein und sehr stark gekräuselt)
- Crossbred-Wolle (mittelfein, mittellang, normal gekräuselt)
- Cheviot-Wolle (grob, lang, wenig gekräuselt) .
Nach der Art der Gewinnung unterscheidet man:
- Schurwolle (vom lebenden, gesunden, Schaf)
- Haut- oder Schlachtwolle (von geschlachteten Tieren)
- Gerber-Wolle (bei der Lederherstellung anfallende Wolle, durch die Vorbehandlung geschädigt)
- Sterblingswolle (von verendeten Tiere, Haar geringer Qualität, im Durchmesser ungleichmäßig) .
Feine, meist kurze und stark filzende Wollen werden vorwiegend zu Streichgarnen, mittelgrobe und grobe Wollen vor allem zu Kammgarnen verarbeitet; sie werden entsprechend als Streich- bzw. Kamm-Wolle bezeichnet. Besonders grobe und lange Wolle wird Teppich-Wolle genannt. .
Aufgrund der zahlreichen in der Wolle enthaltenen hydrophilen Säureamidgruppen sind die Fasern hygroskopisch; sie nehmen aus der Luft Feuchtigkeit auf und geben sie in trockener Umgebung wieder ab. Eine weitere wichtige Eigenschaft der Wolle ist ihre Elastizität und damit ihre Fähigkeit, sich von Deformationsbeanspruchung zu erholen (Selbst-Erholungseffekt der Wolle bei Knitter). .
Unterschiedlich reagiert Wolle auf die Einwirkung von heißem Wasser bzw. Wasserdampf: Wärend sie bei kurzzeitiger Einwirkung von heißem Wasser stark (bis über 30%) schrumpft, kann sie bei längerer Einwirkung von Wasserdampf unter Dehnung bleibend (formbeständig) gestreckt werden. Diese Reaktion wird bei Ausrüstung von Wollstoffen zur Verhinderung des Einlaufens ausgenutzt, wobei gleichzeitig Glanz und Griff der Stoffe verbessert werden. .
Große Bedeutung besitzt das durch die schuppige Oberflächenstruktur der Wolle bedingte Filzvermögen, das die Grundlage für die Herstellung von Filz und Tuch durch Walken bildet; gleichzeitig ist das Filzvermögen jedoch auch die Ursache für das vor allem bei unsachgemäßem Waschen auftretende Verfilzen und Schrumpfen von Wolltextilien. .
Die durch Scheren der Schafe gewonnene Roh-Wolle enthält neben den Wollharen vor allem Wollfett und Wollschweiß, durch die die Wollhaare zum zusammenhängenden Vlies verklebt sind. Bei der Verarbeitung werden die Vliese zunächst zerteilt und nach Feinheit sortiert. Danach werden die Vliesteile maschinell aufgelockert ("geöffnet") und anschließend meist in mehreren hintereinandergeschalteten Bottichen schonend (um ein verfilzen zu vermeiden) mit Wasser unter Zusatz von schwanchen Alkalien oder unter Zugabe von synthetischen Detergenzien gewaschen. Um eine zu weitgehende Entfettung zu vermeiden, wird die Wolle meist am Ende der Wäsche mit Schmälzmitteln behandelt. Nach dem Trocknen leitet man sie der Kammgarn oder Streichgarnspinnerei zu.
Geschichte: Wollfilze waren in Ägypten und China um etwa 5000 v. Chr. bekannt. Bei den Griechen um etwa 5000 v. Christus bekannt. Bei den Griechen war Wollkleidung überaus beliebt. Die Römer sorgten dann für die Verbreitung von Schafzucht von Kleinasien nach Europa, wo diese durch die Züchtung des Merinoschafs in Spanien ab dem 14. Jahrhundert ihren eigentlichen Aufschwung nahm. .
Bedeutung:
Weltweit hat Wolle einen Anteil von etwa 5% an der Faserproduktion. Schafe kommen dabei in nahezu allen Ländern der Welt vor. .
Hauptproduktionsländer:
Australien, GUS-Staaten, Neuseeland, China, Argentinien, Uruguay, Südafrika, Türkei, Großbritanien,... .
Wollproduktion:
Die Schur der Scharfe erfolgt mit elektrischen Schermaschinen. Das Wollvlies soll möglichst in einem Stück anfallen. Da die Wolle an den Beinen von geringer Qualität ist, wird sie nicht weiter verwendet.
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Nachdem das Wollkleid, das sog. Vlies, gewonnen wurde, wird es in vier verschieden Zonen unterschiedlicher Qualität aufgeteilt. Die Unterscheidungskriterien sind Feinheit, Faserlänge, Kräuselung, Verschmutzungen und Farbe. Die Bauchpartien sind oft sehr stark verschmutzt.
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Hiernach erfolg die Reinigung des Wollvlies. Durch das Waschen wird das Meiste an Wollfett (Lanolin), sowie Dreck und Kletten entfernt. Dadurch verliert es ca: 40% seines ursprünglichen Gewichtes.
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Wenn nach der Reinigung noch pflanzlicher Schmutz vorhanden ist, der mit normaler Wäsche nicht zu beseitigen ist, wird dieser durch Behandlung mit Schwefelsäure (Karbonisierung) entfernt.
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Es gibt zwei unterschiedliche Arten, mit der die Wolle weiter verarbeitet wird. Das Kammgarnspinnverfahren verwendet man zur Herstellung von glatten, feinen Garnen. Gröbere, voluminösere Garne hingegen werden durch das Streichgarnspinnverfahren gewonnen.
Arten: Lammwolle:
Sehr fein & weich, geringe Festigkeit, feine Spitzen. Stammt von der ersten Schur des Lamms nach sechs Monaten. Jährlingswolle:
Schur nach 10 - 12 Monaten (1. oder 2. Schur) Einschurwolle
Diese Schafe werden nur einmal im Jahr geschoren Zweischurwolle
Von Schafen, die 2x pro Jahr geschoren werden Achtmonatswolle
Schur im Zyklus von 8 Monaten Neuseelandwolle
Wolle, aus Neuseeland Kapwolle
Wolle vom Kap Australwolle
Wolle aus Australien Kammwolle
Wolle (oft Merino), die mit Hilfe des Kammgarnspinn- verfahrens zu glatten, feinen und gleichmäßgigen Kamm- garnen gesponnen wird. Streichwolle Nach dem Streichgarnspinnverfahren wird die Wolle hier zu gröberen, voluminösen Streichgarn verarbeitet. Teppichwolle Wolle, die lang & grob ist und für Teppichgarne gebraucht wird.
Reißwolle
Recyclewolle, die aus alten Kleidungsstücken und Abfallstücken der Produktion wieder aufbereitet wurde. Die Wollfasern weisen oft Beschädigungen auf und sind von geringer Qulität.
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Zusammensetzung der Wollfaser
Viele Eiweißmolekülketten (Keratin) bilden eine Wollfaser. Die Wollfaser ist dem menschlichen Haar sehr ähnlich. Viele Eiweißmolekülketten bilden zusammen Fibrillen. Fibrillen, zusammengefaßt zu Fibrillenbündeln, bilden das Innere von Spindelzellen.
Die innere Struktur ist dafür verantwortlich, daß die Wolle sehr elastisch ist. Wolle ist hygroskopisch, d.h. sie zieht Wasserdampf an. Außerdem kann sie ein Drittel ihres Eingengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich naß anzufühlen. Die Außenhaut ist allerdings durch ein hauchdünnes Häutchen (Epicuticulla) umhüllt, und läßt somit Wassertropfen abrollen. Wasserdampf hingegen kann durch die Epicuticulla in die Wollfaser eindringen. .
Die Außenhaut einer Wollfaser wird durch Schuppen gebildet. Je stärker die Schuppen abstehen, desto mehr Hautreizungen werden hierdurch ausgelöst. Beim Verfilzen wird diese Eigenschaft ausgenutzt. Die Schuppen verhaken sich ineinander und bilden einen sehr dichten Stoff, den Filz.
Eigenschaften Wärmeisolation
Je voluminöser die Wolle (umso mehr Luft einge- schlossen wird), desto höher ist die Wärmeisolation.
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Feuchteaufnahme
Wolle kann ein Drittel der Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich naß anzufühlen. Allerdings trocknet Wolle langsam.
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Hautfreundlichkeit
Je feiner und weicher die Wolle, desto hautfreundlicher
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Festigkeit
Gegenüber anderen Textilfasern hat Wolle eine geringe Festigkeit und verfügt auch über eine geringe Scheuerfestigkeit, die durch die schuppige Oberfläche entsteht.
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Dehnung
Wolle ist gut dehnbar.
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Elastizität
Wolle verfügt über eine sehr gute Elastizität. Falten erholen sich bei Wolle besonders gut unter Dampf- einwirkung.
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Formbarkeit
Da sich die Einweißmolekülketten bei Einwirkung von Wasserdampf neu orientieren, ist Wolle nur bedingt formbar.
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Filzbarkeit
Gut unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme & Wolle, da sich die Schuppen dann aufstellen und ineinander verhaken.
Feinheit, Griff
Je nach Wollsorte verschieden
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Elektrostatische Aufladung
Gering, da Wolle ständig etwas Feuchtigkeit enthält, die die Aufladung ableitet.
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Entflammbarkeit
Schwer entflammbar. Für Brandschutztextilien geeignet
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Veredelung von Wolle
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Dauerfixierung
Dauerhafte Falten in Wolle werden durch Chemikalien, Druck und Dampf erzeugt.
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Dekantieren
Durch Einwirkung von Dampf und Druck bekommt Wolle Glanz und einen angenehmen Griff
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Antifilzausrüstung
Durch eine Verringerung der Filzfähigkeit kann Wolle waschmaschinenwaschbar gemacht werden.
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Flammhemmende Ausrüstung
Wolle ist von Natur aus schwer entflammbar. Durch Chemikalien, kann diese Eigenschaft noch verbessert werden.
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Mottenechtheit
Eulan und Mitin schützt Wolle vor Mottenfraß.
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Karbonisieren
Durch eine Schwefelsäurebehandlung werden pflanzliche Verunreinigungen entfernt.
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Rauhen
Kleine Fäserchen werden herausgezogen. Das Bindungsbild verblaßt und die Wärmehaltung steigt.
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Walken
Beabsichtigtes Verfilzen von Wollartikeln.
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Wasserabweisende Ausrüstung
Silikonbehandlung macht Wolle wasserabweisend.
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Fasererkennung .
Verbrennung:
brodelnde, kleine Flamme, verlöschend; es riecht dann nach verbranntem Horn (Haar); zurück bleibt eine dunkle zerreibbare Schlacke .
Löslichkeit:
Kalte konzentrierte Schwefelsäure greift Wolle kaum an. Dagegen wird Wolle von kochender 5%iger Natronlauge aufgelöst. (vgl. Baumwolle)
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Typische Wollstoffe .
Bouclé, Cheviot , Donegal ,Flausch, Fresko, Mousseline, Trikotine, Tweed, Afghalaine, Charmelaine, Diagonal, Flanell, Filz, Loden, Shetland, Tuch.
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Schurwolle (Wollsiegel)
Wolle, die vom lebenden gesunden Schaf stammt. Produkte, die mit dem Wollsiegel für reine Schurwolle ausgezeichnet sind, dürfen nur 0,3% Fremdfasern enthalten (unvermeidbarer Faseranflug während der Produktion). Allerdinngs sind 7% für sichtbare Ziereffekte erlaubt. Die Bezeichnung "Schurwolle" bei Fasermischungen ist nur erlaubt, wenn der Anteil der Schurwolle mindestens 25% beträgt.
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Combiwollsiegel
Schurwolle darf hier mit einer anderen Faser gemischt werden. Der Anteil von Schurwolle, darf allerdings nicht weniger als 60% betragen.
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Pflege von Wolle
Filzfrei ausgerüstete Wollwaren können in der Maschine gewaschen werden. Wollwaschmittel verwenden. Teilweise ist auch Handwäsche zu empfehlen. Nicht Chloren. Bei ca. 150°C mit Dampf oder feuchtem Tuch büglen. Chemische Reinigung ist mir Per möglich. Wolle sollte nicht im Trockner getrocknet werden.
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